Mein Leserbrief, im Tages-Anzeiger abgedruckt am Montag 28.4.97 :

Ihr Artikel (Jetzt sind die Zecken wieder hungrig, 16.4.97 p. 17) warnt hauptsächlich vor Zecken"bissen" und der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Jedes Jahr erscheinen in vielen Zeitungen solche Artikel. Leute die sich häufig im Wald aufhalten, brauchen sich nicht gegen die FSME zu impfen, ausser es handle sich um eines der regional begrenzten Risikogebiete für diese Krankheit. Pauschal vor der FSME zu warnen nützt hauptsächlich den Impfstoffverkäufern und verunsichert die WaldgängerInnen.

 Wichtiger ist die am Ende nur kurz erwähnte Lyme-Borreliose. Diese kann bei uns überall auftreten wo Zecken stechen. Diese Krankheit hat vielfältige (teilweise chronische) Symptome und ist in ihren Konsequenzen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten noch ungenügend bekannt. Frühe Erkennung und frühe antibiotische Behandlung haben die beste Aussicht auf Erfolg.

 Wichtig ist, dass die Zecke in den ersten Stunden mit einer feinen Spezialpinzette (nicht einer groben Hunde-Zecken-Pinzette) entfernt wird, ohne sie zu zerquetschen, erst nachher Desinfektion.

 Rötungen in den ersten 3 Tagen sind meist harmlos. Tritt aber nach einer halben Woche oder innert 1-2 Monaten eine flächige oder ringförmige Rötung in der weiteren Umgebung der Stichstelle auf, ist ein Arzt aufzusuchen. Dieser Ausschlag ist ein Frühzeichen, er verschwindet nach Wochen von selber wieder, ohne dass deswegen die Infektion sicher abgeheilt wäre. Dann ist allerdings die Diagnose und Frühbehandlung verpasst.

 Mit korrekter Information über die Zecken ("Holzböcke") und verbesserter Käuflichkeit wirklich geeigneter Pinzetten könnte mit geringem Aufwand eine wichtige gesundheitliche Prävention geleistet werden.

 Hansruedi Epprecht, Arzt, Wald


Ratschläge zum Entfernen von Zecken beim Menschen
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Zusammengestellt von Hansruedi Epprecht.

Letzte Aenderung: 16.01.2006

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